
Nach dem Datenimport liegen der aktuelle Depotbestand und der Vergleichsbestand aus dem Vorquartal vorbereitet in SQL vor. Im Prozessschritt Identifikation wird nun geprüft, wie sich die Vermögenspositionen verändert haben.
Die zentrale Frage lautet: Welche Positionen bestehen weiter, welche sind neu hinzugekommen, welche sind weggefallen und welche Fälle lassen sich nicht eindeutig automatisch entscheiden?
Vergleich Mit Dem Vorquartal
Der Prozess arbeitet mit zwei vorbereiteten Arbeitsbeständen: einem aktuellen Bestand und einem historischen Vergleichsbestand. Beide wurden im vorherigen Schritt bereinigt und in eine gemeinsame Struktur gebracht.
Auf dieser Basis werden die Positionen miteinander verglichen. Ziel ist es, jeden Datensatz möglichst eindeutig einer fachlichen Gruppe zuzuordnen: fortzuführen, neu anzulegen, zu deaktivieren oder manuell zu prüfen.
Unterschiedliche Schlüssel Je Datenquelle
Die Identifikation läuft datenquellenspezifisch, weil nicht jede Bank dieselben stabilen Merkmale liefert. Manche Quellen lassen sich gut über Kontokennungen abgleichen, andere eher über Wertpapierkennungen, Depotinformationen, Positionsnummern oder Kombinationen aus Name und Gesellschaft.
Deshalb arbeitet der Prozess mit mehrstufigen Matching-Regeln. Er prüft zunächst die stabilsten und eindeutigsten Merkmale. Wenn darüber keine Zuordnung möglich ist, folgen weitere Regeln mit etwas schwächerer Aussagekraft.
Nur Eindeutige Treffer Werden Automatisch Übernommen
Ein wichtiger Grundsatz ist: Automatisch übernommen werden nur eindeutige Treffer.
Wenn eine aktuelle Position genau einer historischen Position zugeordnet werden kann, gilt sie als fortgeführter Bestand. Sie wird für die spätere Aktualisierung vorgemerkt. Damit ist klar: Diese Position existierte bereits im Vorquartal und soll weitergeführt werden.
Uneindeutige Fälle werden bewusst nicht automatisch entschieden. Das reduziert das Risiko, zwei unterschiedliche Positionen fälschlich miteinander zu verbinden.
Neue Und Weggefallene Positionen
Datensätze, die nach den Matching-Schritten nur im aktuellen Bestand übrig bleiben, gelten zunächst als potenzielle Neuzugänge. Sie werden für eine spätere Anlage im zentralen Bestand vorbereitet.
Datensätze, die nur noch im historischen Bestand vorhanden sind, gelten zunächst als potenzielle Abgänge. Sie werden nicht einfach gelöscht, sondern für eine kontrollierte Deaktivierung vorgemerkt. Dadurch bleibt nachvollziehbar, dass die Position früher vorhanden war, aber im aktuellen Datenstand nicht mehr geliefert wurde.
Konflikte Bewusst Sichtbar Machen
Nicht jeder Fall lässt sich sauber automatisch auflösen. Wenn beispielsweise Namen ähnlich oder identisch sind, aber keine eindeutige technische Zuordnung möglich ist, wird der Fall als Konflikt markiert.
Solche Konflikte sind kein Fehler des Prozesses, sondern ein wichtiger Kontrollpunkt. Sie zeigen, wo eine automatische Entscheidung fachlich zu riskant wäre. Der Prozess dokumentiert außerdem, aus welchem Bestand der Datensatz stammt und in welchem Matching-Schritt der Konflikt entstanden ist.
Abgleich Mit Dem Zentralen Bestand
Nach der ersten Identifikation folgt ein zusätzlicher Abgleich mit dem zentralen Vermögensbestand. Dieser Schritt ist wichtig, weil manche Positionen zunächst wie neue Positionen aussehen, tatsächlich aber bereits bekannte Bestandspositionen sind.
Wenn eine solche Position eindeutig wiedererkannt wird, wird sie nicht als Neuzugang behandelt, sondern als fortzuführende Position klassifiziert. Dadurch bleiben bestehende Historien, Identifikatoren und Verknüpfungen erhalten.
Manuelle Zuordnung Für Sonderfälle
Für bestimmte Datenquellen oder Positionstypen braucht es zusätzliche Zuordnungslogik. Das betrifft vor allem Fälle, in denen klassische Wertpapierkennungen fehlen oder Konten nicht zuverlässig über Standardmerkmale erkannt werden können.
Hier kann eine manuelle Mapping-Logik helfen. Sie verbindet bekannte Konten oder Positionen mit bestehenden Stammdatensätzen und sorgt dafür, dass auch solche Fälle stabil weitergeführt werden können.
Ergebnis Des Prozessschritts
Am Ende der Identifikation liegen die Positionen in fachlich interpretierbaren Gruppen vor:
- fortzuführende Positionen
- neue Positionen
- weggefallene Positionen
- manuell zu prüfende Konflikte
Damit schafft der Schritt die Grundlage für die spätere Übernahme in den zentralen Bestand. Er entscheidet nicht nur, was sich verändert hat, sondern dokumentiert auch nachvollziehbar, warum ein Datensatz einer bestimmten Gruppe zugeordnet wurde.
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